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Abenteuer / USA 2009
Avatar - Aufbruch nach Pandora 3D (Erweiterte Fassung)
Die Story: Ex-Marine Jake Sully soll für eine Bergbaufirma auf dem Planeten Pandora die einheimischen Na'vi infiltrieren. Jake kann sich in der giftigen Atmosphäre von Pandora mithilfe eines im Schlaf gesteuerten Avatars bewegen. Als er die Einheimische Neytiri kennen und lieben lernt, wechselt er immer mehr auf die Seite der Na'vi, und wird er zu ihrem Anführer in der entscheidenden Schlacht gegen die menschlichen Aggressoren...
FÜR FANS VON: "Star Wars", "Terminator", "Herr der Ringe", "The Abyss"
Kino von einem anderen Stern
Mit jedem Ausflug als Avatar zu seiner geliebten Na'vi-Frau Neytiri und ihrer bunt schillernden Heimat hat Ex-Marine Jake Sully mehr Probleme, seinem Labor-Sarg zu entsteigen und in die prosaische Realität des Basis-Camps auf dem Planeten Pandora zurückzukehren. So könnte es auch einigen Kino-Zuschauern gehen, wenn sie nach gut zweieinhalb Stunden die 3D-Brille ablegen und sich in einem schnöden Multiplex-Saal wiederfinden: So perfekt ist James Cameron die digitale Illusion eines exotischen Planeten gelungen, auf dem das Volk der Na'vi im Einklang mit leuchtenden Pflanzen, kilometerhohen Urwaldbäumen, urzeitlichen Tieren und schwebenden Bergen lebt, dass man glatt Sehnsucht nach dieser fernen Welt bekommen kann. Und das soll man ja auch, denn natürlich hat Kino-Großmeister Cameron, der fast fünfzehn Jahre von der ersten Idee bis zur technischen Umsetzung von "Avatar" brauchte, eine Botschaft: Wie schon in "Titanic" verbindet er eine Love Story mit Kritik an blindem Fortschrittsglauben und - in diesem Fall - einem fast schon esoterischen Plädoyer auf die Schützenswürdigkeit einer vor Wundern reichen Natur (Ähnlichkeiten zu unserem Planeten sind erwünscht) und der Kultur eines Volkes, das in ihr noch seine spirituellen Wurzeln findet (von denen wir uns bildhaft gesprochen Lichtjahre entfernt haben). Dass Cameron selbst den technischen Fortschritt gebraucht hat, um diese Vision zu verwirklichen, kann man ihm nachsehen, denn seine Kino-Büchse der Pandora enthält wirklich statt Unheil außerirdisch schöne Bilder. Am beeindruckendsten aber ist, dass er den hier vorgeführten technischen Quantensprung vor allem dafür nutzt, Gefühle zu transportieren: Die Schöpfer des "Gollum" aus "Herr der Ringe" haben diesmal noch eine digitale Schippe draufgelegt und in einem innovativen Aufnahmeverfahren die Mimik der realen Schauspieler auf ihre Pixel-Avatare übertragen, um ihnen wirkliches Leben einzuhauchen - E-Motion Capture sozusagen. So erst wird die etwas an "Pocahontas" erinnernde Liebesgeschichte eines Ex-Marines mit einer schönen Stammes-Prinzessin tatsächlich so lebendig und nachfühlbar, dass es schließlich wohl keinen Betrachter gibt, der in dem archaischen Endkampf menschliche Technik vs. außerirdische Natur nicht auf der Seite der Na'vi ist. Zu schade, dass so viel Mitgefühl für die Schwachen auf unserem Planeten bislang nur ein schönes (Kino-)Märchen ist.
Michael Schömburg
Die um acht Minuten erweiterte Fassung enthält unter anderem eine zuvor geschnittene Liebesszene zwischen Jake und Neytiri.






