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Die sechs Gebote des Quentin Tarantino

King of Pulp

Der King of Pulp stellt in "Inglourious Basterds" den Zweiten Weltkrieg auf den Kopf. Das kann eigentlich nur Gott, doch Tarantino ist schon nahe dran: Seine eigene Religion hat er längst. Eine Bibelkunde über das nebulöse Wesen des Filmemachers.


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Quentin Tarantino


Dieser Mann ist nicht zu greifen. Die Faktenlage über das wahre Ich von Quentin Tarantino ist dürftig bis nicht existent. Das nebulöse Wesen ist Prinzip, keiner soll ihm zu nahe kommen. Rückschlüsse auf seine Persönlichkeit sind nur in Momentaufnahmen möglich, wenn Tarantino die Disziplin verliert und offensichtlich er selbst ist. Wie im Mai bei seinem Auftritt in Cannes, wo er nach der Weltpremiere von "Inglourious Basterds" auf dem roten Teppich tanzte und lachte. Man konnte kaum glauben, dass er kurz vorher den heftigen Publikumsreaktionen auf sein Nazi-Märchen ausgesetzt war: Auf Applaus folgte ein heftiges Pfeif- und Buhkonzert, das kein etablierter Künstler regungslos wegstecken kann. Tarantino aber schien es zu genießen. "Weil selbst in den Buhs mehr Leidenschaft für das Kino steckt, als anderswo überhaupt vorstellbar wäre, weil Film hier, Himmel noch mal, Bedeutung hat!", brüllte er aufgewühlt in die Mikrofone. Tarantino lebt nur für das Kino - und nach seinen Regeln, die sich wie eine Ersatzreligion lesen.

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