"Anders als alles, was ich bisher gemacht habe"
Ein Gespräch mit... Michael "Bully" Herbig
Er hat die Lizenz zum tödlichen Lacher. Wenn Michael "Bully" Herbig (43) seine Comedy-Salven rausknallt, klingelt es an den Kinokassen. Und mit dem Bullyversum dreht sich jetzt eine ganze Erlebniswelt um seine Gags
Vom Mann vor der Tapete zum Bullyversum in der Bavaria Filmstadt - noch kein halbes Jahrhundert alt, und schon stehst du in einer Reihe mit Loriot oder Heinz Erhardt. Hast du mit so einer Traumkarriere je gerechnet?
Ist mir gar nicht so bewusst. Als Kind habe ich davon geträumt, eines Tages Filme machen zu können. Insofern habe ich natürlich auch gehofft, dass ich das irgendwie hinkriege. Damit rechnen kann und sollte man nicht.
Bist du etwa der deutsche Spielberg? Immerhin ist es dir gelungen, mit Filmen wie "Der Schuh des Manitu", "(T)Raumschiff Suprise" und "Lissi und der wilde Kaiser" knapp über 30 Millionen Menschen in die deutschen Kinos zu locken.
Wenn mich andere in einem Atemzug mit Steven Spielberg nennen, ist mir das fast ein bisschen peinlich. Ich selbst würde diesen Vergleich nicht wagen. Vor allem, weil gerade Steven Spielberg oder auch Alfred Hitchcock für mich zu den genialsten Filmemachern zählen, die es je gegeben hat.
Bei den zuvor genannten Filmen bist du zugleich Produzent, Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler - das erinnert stark an Woody Allen. Genießt du so mehr Freiheiten, oder ist dir die Kontrolle wichtiger?
Du ersparst dir in erster Linie wahnsinnig viele Diskussionen und Zeit.
Du hast mal erwähnt, dass dir der Valentin-Spruch "Jedes Ding hat drei Seiten. Eine gute, eine schlechte und eine komische" ans Herz gewachsen ist. Was ist deine schlechte Seite?
Meine rechte Gesichtshälfte halte ich für die etwas schlechtere Seite.
Wo entspannt sich der Münchner Bully?
Im Kino. Bei guten Filmen vergess ich alles andere, bei schlechten schlafe ich ein. Ein perfekter Ort zum Entspannen.
Deine Wikipedia-Biografie zeigt Auszeichnungen ohne Ende, vom "Mann des Jahres" bis zum Deutschen Filmpreis. Fehlt nur der Oskar. Was war für dich persönlich die wichtigste Ehrung?
Auszeichnungen sind immer so etwas wie schöne Komplimente. Man freut sich darüber, aber man sollte sie auch nicht allzu hoch bewerten. Es bedeutet mir zum Beispiel wesentlich mehr, wenn ich im Kino sitze und merke, dass den Leuten mein Film gefällt. Wenn man so möchte, ist das wohl die wichtigste Auszeichnung.
Am 27. Oktober startet "Hotel Lux", und du als Hans Zeisig versuchst die Welt zu retten. Gelingt dir das? Und was erwartet den Zuschauer?
Ich würde nicht sagen, Hans Zeisig versucht die Welt zu retten. Eigentlich bemerkt er nicht einmal, dass es da was zu retten gibt. Eine Verwechslungsgeschichte, ein Abenteuerfilm, manchmal tragisch, manchmal komisch. Auf jeden Fall anders, als alles, was ich bisher gemacht habe.
2012 folgt dann "Zettl", der "Kir Royal"-Nachfolger von Helmut Dietl. Als gleichnamiger Chefredakteur gehst du dabei auf Promijagd durch Berlin. Herrscht dort auch derselbe Vip-Wahnsinn wie in München?
Ganz ehrlich - ich hab keine Ahnung. Ich kenne die angesagten Plätze gar nicht. Muss ich auch nicht, stand ja alles im Drehbuch.
Und zuletzt: Was wolltest du München schon immer mal sagen?
Bleib bitte so, wie du bist!
Michael "Bully" Herbig ist ein Multi-Genie. Mit 23 Jahren hört man ihn erstmals auf Radio Gong. Zusammen mit "Langemann & die Morningcrew" schmeißt er die Münchner mit Wake-up-Comedy aus den Betten. Auch "Die Bayern-Cops" erreichen schnell Kultstatus. 1996 gründet er seine Medienproduktion herbX. Dann erobert er mit der "Bullyparade" (1997-2002) die deutschen Wohnzimmer im Sauseschritt. 2000 die erste Kinofilm- Regie mit "Erkan & Stefan". Ein Jahr später produziert er mit "Der Schuh des Manitu" nicht nur den erfolgreichsten Film Deutschlands, sondern übernimmt auch die Regie, das Drehbuch und drei Rollen. >> bullyversum.de





