Auf der Straße
Natalie Weiss
20, Studentin, getroffen beim Einkaufsbummel auf der Ehrenstraße
Es sieht aus, als hätten Sie richtig warme Ohren. Habe ich auch. Und ich kann meine Kopfhörer ganz prima unter der Mütze verstecken.
Welcher Soundtrack läuft denn heute? Drei Songs von meiner eigenen Band "Yes! OK" zum Mitsingen, damit ich bei unserem Silvesterkonzert nicht meine Einsätze verpasse. Wir sind erst seit ein paar Monaten eine Band und machen Glam-Rock-Pop, da will ich bei unserem großen Auftritt nicht stammeln.
Ihr Outfit ist auf jeden Fall schon bühnenreif. Vielen Dank! Ich ziehe an, was der Kleiderschrank und meine morgendliche Laune hergeben. Dieses Kleid habe ich geschenkt bekommen. Ich habe es damals aus Höflichkeit angenommen und fand es witzig, jetzt habe ich es in meinem Kleiderschrank wieder entdeckt.
Und damit ernten Sie keine schiefen Blicke? Die Leute schauen schon ein wenig komisch, ab und zu fragen manche, woher ich bestimmte Teile habe. Ich passe mich in Köln aber schon extrem an. Eine Zeit lang habe ich in New York gelebt, da sind die meisten Menschen beim Styling viel freier.
Was fehlt Köln denn in modischer Hinsicht? Individualität!
Sind Ihnen Mode und Musik gleich wichtig? Ja. Ich studiere Medien- Kulturwissenschaften und -informatik, das ist manchmal etwas trocken. Dann helfe ich meiner Schwester mit ihrem Modeblog "lesmads.de" oder treffe mich mit meiner Bandkollegin Pia und arbeite an neuen Songs. Danach macht auch die Uni wieder Spaß.
ap
NATALIES OUTFIT
"Heute ist unifreier Tag, da kann ich mich mit meinen Klamotten ein bisschen austoben, und ich trage lauter Geschenke: Die Mütze hat ein talentierter Freund für mich gemacht, das Elefantenkleid ist von meiner Gastmutter in Italien."







