zu: Crooked: Collisions
"Keine Experimente!" Kommt Euch dieser Spruch auch vor wie...mehr
Ob in der Pekinger Oper oder im Hochglanzmagazin - für Susanne Junker ist die Unterdrückung der Frau allgegenwärtig. Mit ihren Fotografien arbeitet sie dagegen an.
Das ehemalige Model Susanne Junker, Jahrgang 1973, arbeitet seit einigen Jahren auch hinter der Kamera und lichtet sich selbst ab. Allerdings nicht mehr als schmückendes Beiwerk für Hochglanzmagazine und Werbeposter. In ihren Fotografien beschäftigt sie sich intensiv mit der Rolle der Frau in verschiedenen Gesellschaften, was ganz konkret bis in die Pekinger Oper reichen kann. Dort werden traditionell alle Charaktere von Männern dargestellt - für Junker ist auch das Unterdrückung in subtiler Form. Sie drehte deshalb den Spieß um und fotografierte sich selbst in den verschiedenen Rollen.
Beachtenswert ist ihr insgesamt sehr breites Spektrum: Die verschiedenen "Looks" der Werbewelt beherrscht sie auch hinter der Kamera. Egal ob Hochglanz oder Trash, ob inszenierte Schönheit oder der oft zitierte "Mut zur Hässlichkeit" - der Betrachter nimmt ihr die Rollen ab. Das ein oder andere Bild erscheint dabei arg plakativ und bedient Klischees - auf der anderen Seite sind es genau diese Stereotype, mit denen seit langer Zeit an der industrialisierten Lüge der perfekten Frau gearbeitet wird.
Ohne die können viele offenbar gar nicht mehr auskommen: Ausstellungsbesucher haben sich bei Galeristen bereits über die geradezu "abscheulichen" Bilder beschwert. Junker nimmt diese Reaktion als Kompliment - und sollte dies auch als klaren Beweis dafür sehen, dass noch viel Aufklärungsarbeit nötig ist. Bleibt nur die Frage, ob sie die unreflektierten Opfer des herrschenden Ästhetikfaschismus mit ihren Fotografien überhaupt erreichen kann.
Damian Zimmermann
weareteapot.com
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